LIN – ISO 17987-1
Der LIN-Bus (Local Interconnect Network) wurde als kostengünstige Ergänzung zum CAN-Bus entwickelt. Über den LIN-Bus werden kleinere Subnetze in der Regel über eine Bridge an den CAN-Bus des Fahrzeugs angebunden. Dies erfolgt über eine serielle Struktur.

Der LIN-Bus wurde 1999 von einem Konsortium verschiedener Automobilhersteller für das Automobil eingeführt. Dabei galt es vor allem, nicht zeitkritische und weniger datenintensive Anwendungsfälle abzudecken. Typische Beispiele hierfür sind Klimaanlagen oder Türsteuergeräte. Physikalisch realisiert ist der LIN-Bus durch eine eindrahtige Kupferleitung.
Die LIN-Bus-Spezifikation wurde bis 2010 vom LIN-Konsortium entwickelt und erreichte mit der Version 2.2A den letzten Stand. Sie wurde in die ISO-Norm 17987-1, „Road vehicles – Local interconnect network (LIN) – Part 1-8”, überführt.
Zur Sicherstellung eindeutiger Supplier-IDs werden diese bis heute von der CiA (CAN in Automation) in Nürnberg verwaltet. Vergebene IDs lassen sich unter Supplier ID nachschlagen.
Topologie
Ein LIN-Bus Netzwerk besteht aus einem Master und mehreren Slave Knoten (üblicherweise max. 16). Der Master initiiert die Übertragung, indem er einen sogenannten Header aussendet. Dieser legt eine Zeile in einer gegebenen Konfigurations-Tabelle fest. In dieser Tabelle ist hinterlegt, welcher Teilnehmer die bis zu 8 Byte einer Nachricht senden soll, welcher Art die Nachricht ist, bzw. für welchen Teilnehmer die Nachricht relevant ist.
Spezifikation
Bei der Datenübertragung sind Übertragungsraten von bis zu 20 kBit/s möglich. Empfohlen werden jedoch Datenraten von 2,4 kBit/s, 9,6 kBit/s oder 19,2 kBit/s. Im Netzwerk sind die Zustände „Sleep“ und „Normal“ vorgesehen. Der Wechsel zwischen diesen Zuständen erfolgt über einen sogenannten „Wake-Up-Signal“ Frame. Durch den Ruhezustand des Busses wird es möglich, Energie zu sparen.
Frameaufbau

| Typ | Beschreibung |
| BREAK | Der Break umfasst 13 dominante Bits, gefolgt von einem Trennzeichen (1 rezessives Bit). Über diesen Break werden alle Knoten über den Beginn informiert. |
| SYNC | Das SYNC Feld entspricht dem hexadezimalen Wert 0x55 und dient den Slave-Geräten zur automatischen Baudraten-Erkennung. Diese können hier die Flankenabstände messen, und sich so auf die passende Baudrate konfigurieren. |
| ID | Durch die ID wird jede der maximal möglichen Nachrichten im Netzwerk eindeutig bestimmt. Nach dem Empfang wertet jeder Knoten aus, ob er diesen Identifier schicken oder empfangen soll, und reagiert entsprechend oder verwirft die Nachricht. |
| DATA | Zwischen 1 und 8 Nutzdaten Bytes |
| CHECKSUM | Die Checksumme wird in der Antwort wieder mit übertragen. Die LIN-Bus Spezifikation bietet 2 verschiedene Verfahren zur Checksummenbildung, die konfigurierbar ist |
